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Kritikenrundschau: Dinos sammeln mit Draftosaurus

Dinos für den Park sammeln, Dinos im Park platzieren: In „Draftosaurus“ geht es zu wie im Jurassic Park. Nur ohne genetische Experimente – und zuschnappen wollen die kleinen Racker auch nicht. Kann „Draftosaurus“ von Antoine Bauza, Corentin Lebrat, Ludovic Maublanc und Théo Rivière (bei Ankama und Board Game Box) genug Biss zeigen?

„Die Regeln sind so einfach wie elegant“, schreibt Stephan Kessler. „Wir ziehen aus einem Beutel sechs Dinos, wählen einen davon aus und platzieren diesen in unseren Park. Anschließend geben wir die fünf verbliebenen Tiere links weiter und nehmen vom rechten Nachbarn fünf Dinos entgegen. Das ist das DRAFTING, von dem das Spiel seinen Namen trägt. Dann wiederholen wir das Ganze.“¹ Die unterschiedlichen Dino-Gehege ergeben dabei unterschiedliche Punkte: „Das eine Gehege belohnt viele gleiche Dinos, das andere unterschiedliche, ein weiteres verlangt Paare“, erklärt Karsten Grosser². Dazu kommt noch eine Würfelmechanik: „Zuerst einmal müssen wir allerdings schauen, wo genau platziert werden darf. Und das gibt ein Würfel vor. So haben wir etwa nur auf die linke Spielplanseite Zugriff oder müssen ein bislang leeres Gehege wählen. Etwas leichter hat es dabei stets der aktuelle Würfler. Denn der darf das Wurfergebnis ignorieren und den Dino beliebig platzieren“, schreibt Tim Koch³.

Das Urteil der Rezensenten und Rezensentinnen fällt dabei positiv durchwachsen aus. Für Sandra Lemberger gibt es an dem Spiel „nichts zu meckern“ – wenn man von dem in einigen Kritiken erwähnten Säckchen für die Dino-Figuren absieht: „Zu bemängeln gibt es bezüglich des Materials nur, dass der Sack, aus dem die Dinos gezogen werden, selbst für Kinderhände zu klein ist.“ Fazit ist dennoch: „Ein schönes Familienspiel für Jung und Alt mit einfachen Regeln, das auch gerne in Vielspielerkreisen für ein schnelles Spiel zwischendurch auf den Tisch kommt.“ Grosser kommt zum Urteil „charmant“, Kessler hat das Spiel „überzeugt“.

„Draftosaurus“ kann aber nicht jeden Kritiker hellauf begeistern. „Das ist alles ganz okay, ohne dass das Spiel ein Dauerbrenner wäre“, meint Harald Schrapers. Ähnlich sieht das, trotz des doppelseitig bespielbaren Spielplans, auch Martin Klein, der dem Spiel die Wertung „hellgrün“ (gut) gibt und sagt, Draftosaurus sei ein „eingängiges, nettes, kleines Drafting-Spiel“, allerdings auch keine „Revolution“. Tim Koch, der mit „gelbgrün“ wertet, urteilt: „Auf Dauer fehlt es an Abwechslung.“ Julia Zerlik sagt, „Draftosaurus“ sei ein „tolles, kleines Absacker-Spiel“, letztendlich allerdings nach ein paar Runden „immer das Gleiche“. „Man spielt im Endeffekt immer gleich“, sagt auch Manuel Fritsch und meint „Es hat keine Tiefe“, kommt aber zu dem Endergebnis: „Für das, was es sein will, ist es perfekt.“

¹ Stephan Kessler: Wecke den Dino in dir!
² Karsten Grosser: Schnelles Dinos-aus-dem-Sack-ziehen-Spiel
³ Tim Koch: Draftosaurus
Sandra Lemberger: Draftosaurus
Harald Schrapers: Neuheiten – Jurassic Park
Martin Klein: 14 Spiele im Juli 2019
Julia Zerlik: Draftosaurus!
Manuel Fritsch: Draftosaurus, Res Arcana, 5211 & Das Streben nach Glück (kostenpflichtig)
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