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Kritikenrundschau: Mit Radau in den Regenwald – Kinderspiele im Januar

Lustige Geräusche machen? Lachse fangen? Oder lieber doch puzzlen, merken und mit dem Kopf in den Wolken hängen? Unsere Jurymitglieder für das Kinderspiel des Jahres haben sich in den letzten Monaten jedenfalls durch einige Spiele gespielt – unsere Kritikenrundschau fasst einige ihrer Rezensionen zusammen.

Zisch! Heul! Klopf! : „Li-La-Laut“

In „Li-La-Laut“ (Reinhard Staupe beim Nürnberger Spielkartenverlag) für Kinder ab 5 Jahren geht es darum, den Weg des Fuchses anhand von Geräuschen nachzuvollziehen. „In die Mitte kommt der Stapel mit den Aufgabenkarten. Sie zeigen eine der Zielkarten sowie eins von vier Geräuschen; diese können sein: in die Hände klatschen, auf den Tisch klopfen, wie eine Schlange zischen oder wie ein Indianer heulen“, schreibt Stefanie Marckwardt in ihrer Rezension auf „h@ll9000“.

Das Spiel erhält von ihr 4 von 6 Würfelaugen: „Das Spielprinzip ist total neu und ungewöhnlich und kommt unterschiedlich gut an. Teilweise wird es auch nach einigen Runden als unwahrscheinlich schwierig und kaum steuerbar empfunden. Die Mehrheit der Mitspieler ist aber der Meinung gewesen, dass man sich ‚reinhört‘ und es mit mehreren Spielrunden leichter wird“, schreibt sie.¹

Kopf in den Wolken: „Clouds“

Fünf Würfelaugen vergibt Stefanie Marckwardt für „Clouds“ (Grégory Oliver bei Blue Orange Games): „30 Wolkenplättchen zeigen jeweils die Hälfte von einem Wolkenbild. Es gibt zwei Spielmöglichkeiten: Entweder gemeinsam gegen die Zeit schnell alle 15 Motive puzzlen oder aber auch gegeneinander die gesuchten Motive entdecken und puzzlen“, schreibt sie. „ ‚Clouds‘ spielt sich wolkig-leicht. Das Spielthema, in Wolkenbildern Gegenstände zu erkennen, spricht gerade kleine Kids und deren Fantasie sehr an. Nicht nur einmal wurden mir danach ‚Wolkenerlebnisse‘ erzählt. Sowohl Material als auch Spielregeln sind toll gestaltet und lassen keine Frage offen.“

Ihr abschließendes Urteil lautet: „Somit ist ‚Clouds‘ ein schönes, kleines, fantasievolles Spiel für zwischendurch, das sich für alle Altersstufen eignet.“²

Mit der Tatz’ an den Lachs: „Grizzly“

„Grizzly“ hat es Christoph Schlewinksi angetan. „Bär müsste man sein“, schreibt er in seiner Rezension bei „h@ll9000“.  In dem Spiel ab 6 Jahren (Stefan Kloß und Anna Oppolzer bei Amigo) geht es darum, sich als Bär Lachse ins Maul springen zu lassen: „Damit alles fließt und schmackhaft wird, wirft man bei ‚Grizzly‘ in seinem Zug fünf Würfel. Jeder Würfel ist einer der fünf Bahnen des Spielplans zugeordnet, und diese Bahnen sind der wilde Fluss, der tatsächlich plastisch am Spielkarton nach unten fällt. Dann schiebt man Flussplättchen in diese Bahn, und die Plättchen am Ende der Bahn fallen den Fluss runter – mit allem, was da draufsteht, Fische und/oder Bär. Nachdem überall der Fluss floss, werden Lachs-Chips auf die jeweilige Bahn gelegt, wenn der Würfel Fischsymbole zeigt. Und abschließend dürfen sich die Bären bewegen. Wie weit? Egal. Bei der Bewegung gibt es nur zwei Dinge zu beachten: Man darf andere Bären oder Hindernisse nicht überspringen und man muss sofort stehen bleiben, wenn man auf einen Lachs trifft.“

Fünf Würfelaugen vergibt Schlewinski: „Zu meckern gibt’s da eigentlich nix“, urteilt er. „‚Grizzly‘ ist tatsächlich ein taktisches Kinderspiel für die Familie. Genug Glückskomponenten für Nervenkitzel, genug Raum für eigene Überlegungen, und ein sehr guter Spannungsbogen. Dazu noch gute Regeln und eine angenehme Spieldauer – ‚Grizzly‘ hat die Kinder überzeugt. Lachse fangen am Spieltisch … einfach mal mitmachen.“³

Kuckstu: „1,2,3“

Für die „Neue Presse“ gestaltet Stefan Gohlisch einmal im Monat eine Spielseite – im November war das Kinderspiel „1,2,3“ (Perepau Llistosella bei Piatnik) mit dabei. In dem Spiel ab 4 Jahren geht es darum, sich genau zu merken, wo auf dem Bauernhof welche Tiere stehen: „Kühe, Pferde, Schweine und Schafe purzeln als Holztiere auf den Tisch. Zehn bis 15 sind es, und alle Kinder außer dem Spielleiter müssen sich einprägen, wo sich welches befindet. Zehn Sekunden haben sie dafür Zeit. Dann schließen sie die Augen, und der Spielleiter führt aus, was ihm eine Aktionskarte vorschreibt. Er stellt ein Tier dazu oder versteckt oder bewegt ein anderes, oder er lässt sogar zwei von ihnen die Plätze tauschen.“ Diese Veränderungen müssen die Kinder dann erraten.

4 von 5 Sternen vergibt Gohlisch: „ ‚1,2,3‘ ist ein schönes Schau-genau-Spiel, das mit seinem einfachen Spielprinzip die Zielgruppe perfekt abholt. Da wird es ganz still am Tisch, da wird geguckt, gemerkt und gegrübelt.“

Währenddessen im Regenwald: „Puzzle Memo“

4 von 5 Sternen vergibt Gohlisch auch im Dezember – für „Puzzle Memo“, einem Spiel ab 5 Jahren (Günther Burkhardt bei Drei Hasen in der Abendsonne), das Memory und Puzzles kombiniert. „Der Spielplan zeigt ein Regenwaldmotiv, das mit farbigen Plättchen – von unten nach oben – belegt werden muss. Die liegen verdeckt außen herum. Wer ein richtiges Plättchen aufdeckt, macht weiter. Wer ein Tier vervollständigt, bekommt Punkte.“

Gohlisch über das Spiel ab 5 Jahren: „Geniale Idee. ‚Puzzle Memo‘ verbindet zwei bewährt spannende Mechanismen zu etwas Neuem.“

¹H@ll9000: Li-La-Laut
²H@ll9000: Clouds
³H@ll9000: Grizzly
⁴ Spieleseite der „Neue Presse“, 21.11.2019
⁵ Spieleseite der „Neue Presse“, 19.12.2019
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