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Brettspiele Online – Eine Alternative während der Krise

Auch Brettspieler stehen in diesen Tagen vor einer Herausforderung: Spieletreffs schlafen ein, Messen werden abgesagt und private Spielerunden reduzieren sich auf den Kreis der engsten Freunde oder Familienmitglieder. Die Corona-Krise zwingt uns zur körperlichen Distanz – kann man da noch dem Hobby Spielen nachgehen?

Und ob! Apps, Spiele-Webseiten und Software haben ein riesiges Angebot parat und dort kann man sogar mit den üblichen Freunden spielen. Einfach mal anklicken, Skype oder Discord anschalten und schon wird aus der räumlichen Trennung keine soziale.

Rundenbasiert oder live?

Rundenbasierte Spiele eignen sich besonders gut für eine asynchrone Umsetzung als App: Eine Meldung taucht auf, sobald man wieder am Zug ist. Also kann jeder dann spielen, wann er will und die Mitspieler werden automatisch benachrichtigt, wenn sie wieder dran sind. Einloggen-Spielen-Ausloggen-Weitermachen.

Ähnlich funktionieren auch die Spiele auf den Plattformen Yucata.de und Boardgamearena.com. Hier spielt jeder in seinem Browser, egal auf welchem Gerät. Computer, Handy, Tablet, sogar die Zocker-Konsole – alles funktioniert, das einen Internetbrowser besitzt. Überall kann man gleich mehrere Partien gleichzeitig spielen. Sind die Mitspieler ebenfalls online, dann geht alles ziemlich schnell – aber jeder kann auch in seinem eigenen Wunschtempo spielen. Wer also nur einmal am Tag in sein Spiel schauen kann oder will, den hetzt niemand. Natürlich müssen alle einverstanden sein, sonst führt zu langsames Spielen zu Frust. Aber auch hier funktionieren gesellige Live-Runden mit den Freunden erstaunlich gut, dank Headset muss auch niemand auf die Gespräche am Tisch verzichten.

Nicht rundenbasiert, sondern live finden die Partien auf Brettspielwelt.de und Tabletopia.com statt. Sowohl Tabletopia als auch die Brettspielwelt bieten zudem eigene Apps beziehungsweise einen eigenen Spieleclient an, mit denen sich etwas komfortabler als im Browser spielen lässt.

Das Tolle: Man kann sich so richtig in ein Spiel reinknien und wahre Meisterschaft erlangen. Oder neue Mitspieler kennenlernen. Oder sogar Spiele ausprobieren, die man danach so toll findet, dass sie gleich gekauft werden, um dann am heimischen Spieltisch serviert zu werden, wenn die Corona-Krise wieder vorbei ist.

Zahlreiche Spiele, die der Verein Spiel des Jahres ausgezeichnet oder empfohlen hat, gibt es auch als App:

Auch Tische umwerfen ist möglich

Etwas anders funktioniert der Tabletop Simulator (Steam, für Windows, MacOS und Linux). Denn der ist im Prinzip nur eine Physiksimulation, mit der es möglich ist, das Verhalten eines Tisches, von Würfeln, Karten und Spielbrettern zu simulieren. Einige Standard-Spiele wie Backgammon, Go oder Schach sind von Anfang an integriert.  Alle anderen Spiele müssen dazu gekauft werden – zu erwerben ist unter anderem die englischsprachige Fassung von „Flügelschlag“.

Das Besondere ist allerdings, dass der Tabletop Simulator neben offiziellen Inhalten auch von Nutzern erstellte Spiele erlaubt – rund 3000 Spiele finden sich in der Bibliothek.  Die Spiele sind meist im Solo- und im plattformübergreifenden Mehrspielermodus möglich. Und wer auf der Plattform wirklich kein passendes Spiel findet kann im Sandbox-Modus ein eigenes bauen. Eine Basisausstattung an Würfeln, Spielfiguren, Spielbrettern und sonstigem Rohmaterial ist im Basisspiel integriert. Der Tabletop Simulator bietet dazu noch Sprach- und Textchat sowie Virtual-Reality-Unterstützung. Und da es eine Physiksimulation ist, ist es im Tabletop-Simulator auch möglich, einfach mal den Spieltisch umzuwerfen wenn es nicht so gut läuft. Obwohl wir das natürlich nicht empfehlen würden.

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