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Bremen: Spielen mit Hörgeschädigten und Gehörlosen

Seit 2006 bietet „Hand zu Hand e.V.“ in Bremen mit einem vierköpfigen Team psychosoziale Beratung für hörgeschädigte und gehörlosen Menschen. Das geht über Beratung bei „alltäglichen“ Krisen bis hin zur Beratung bei Gewalterlebnissen oder Suchtmittelabhängigkeit. Ziel des Vereins ist es, ein Therapieangebot in Gebärdensprache aufzubauen – denn wenn sie Beratung benötigen, sind die Barrieren bei Angeboten für Hörende oft zu groß für Hörgeschädigte und Gehörlose. Ein Schwerpunkt der Arbeit von „Hand zu Hand e.V.“ liegt dabei in der Beratung von hörgeschädigten und gehörlosen Geflüchteten.

„Geistertreppe“ (Kinderspiel des Jahres 2004) erklären in Gebärdensprache

Seit November 2019 gehört auch ein Spieleabend zum Angebot des Vereins. Der erste fand, mit Unterstützung durch das Spielepaket der Initiative „Spielend für Toleranz“ am 9.11.2019 statt, der nächste ist für Februar 2020 geplant. Neben den Spielen – gerade „Geistertreppe“, „Klask“ , „Drecksau“ und „Looping Louie“ fanden großen Anklang – gab es an dem Abend auch „angeregte Plauderei“, so Wilma Pannen, eine der Organisatorinnen des Abends, die immer wieder auch wichtige Fragen berührt hätte: „Aus der Gruppe der geflüchteten Menschen wurden beispielsweise ‚so nebenbei‘ Alltagsfragen an uns herangetragen.“ Der Spieleabend sei so erfolgreich gewesen, dass man nicht nur beschlossen hätte, ihn zu wiederholen, sondern auch, „ein offenes Frageangebot aufzubauen“ – denn auch dafür sei der Abend genutzt worden.

Punkte zählen bei „Qwirkle“ (Spiel des Jahres 2011)

Es sei für gehörlose und hörgeschädigte Menschen schwer, so Pannen, die Spielanleitungen zu lesen: „Für gehörlose Menschen ist die Deutsche Gebärdensprache die ‚Muttersprache‘, das Lesen der deutschen Lautsprache bedeutet für gehörlose Menschen lesen in einer Fremdsprache“ – Lautsprache unterscheide sich in der Grammatik wesentlich von der Gebärdensprache. Aus diesem Grund gab es bei dem Abend Spieleerklärer und Spieleerklärerinnen, die zwischen den unterschiedlichen Sprachen vermitteln konnten und den Teilnehmern die Regeln erklären und übersetzen konnten.

Looping um Looping mit Louie

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