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Werwölfe in Venedig: Spiele zum Karneval

Ob Karneval, Fastnacht, Fasching oder vielleicht ganz anders: Die fünfte Jahreszeit steht fröhlich trötend vor der Tür.  Da müssen selbstverständlich auch ein paar passende Spiele her. Ob es nun um Masken geht, um ein verschlungenes Spiel mit Identitäten oder darum, einfach erst einmal die passende Stadt zum Feiern zu bauen – wir haben unsere roten Pappnasen aufgesetzt und bringen ein wenig Stimmung aus dem Archiv in den Spieleabend! Bumm-Dä!

Säuleneilige

Der berühmteste Karneval ist wohl der von Venedig. Aber so eine Lagungenstadt will ja auch erst einmal gebaut werden. In dem zur Zeit nicht mehr aufgelegten Spiel „Die Säulen von Venedig“ (Christian Fiore und Knut Happel bei Goldsieber) wird die berühmte Metropole des Rokoko-Karnevals auf Pfählen hochgezogen. In dem Spiel von der Empfehlungsliste 2007 schlüpfen die Spieler und Spielerinnen in unterschiedliche Rollen: als Händler, Spekulanten und Spione versuchen sie, vom Bau der Stadt zu profitieren.

Canale rotondo

Auch in dem – auch nur noch antiquarisch erhältlichen – „Venice Connection“ (Alex Randolph bei Drei Magier Spiele) geht es um Städteplanung auf venezianisch. In dem Spiel, das 1996 mit dem Sonderpreis „Schönes Spiel“ ausgezeichnet wurde, muss mit 16 beidseitig bedruckten Karten ein durchgehender Kanal gebaut werden. Gewonnen hat, wer das letzte Stück setzen kann. Klingt einfach – entpuppt sich dann aber, auch aufgrund der Gestaltung, als ein Kleinod unter den strategischen Legespielen.

Käferküsschen

Wenn Marienkäfer sich verkleiden, wollen sie gerne bunt werden. Jedenfalls in „Maskenball der Käfer“ (Peter-Paul Joopen bei Selecta). Wenn zwei Käfer sich in dem Kinderspiel des Jahres 2002 mögen, ziehen die Magnete in den Spielfiguren sich an – die possierlichen Tierchen „küssen“ sich und dürfen eines der farbigen Hölzchen auf ihren Rücken tauschen. Wenn alle Käfer ausreichend bunt sind, geht es zum Maskenball – dies allerdings in einem Wettlauf mit den Ameisen, die ebenfalls auf das Käferbuffet scharf sind. Ein putziges Kinderspiel mit witziger Idee, das 2015 bei Pegasus Spiele neu aufgelegt wurde.

Die Kinder der Nacht

Verbirgt sich hinter der Maske ein Mensch? Oder vielleicht doch ein (metaphorischer) Werwolf? Menschen- und Wolfskenntnis können beim Feiern ja durchaus nützlich sein. Deshalb hier im großen Werwolf-Triple: Drei Varianten des Partyspielklassikers um Identitäten und Geheimnisse.

Die Werwölfe von Düsterwald“ (Philippe des Pallières und Hervé Marly bei Lui-même) ist die klassischste Variante des Spiels – zwei Werwölfe sind immer im Spiel, ab neun Spieler und Spielerinnen und mit 24 Rollenkarten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, zu spielen. Auf der Empfehlungsliste 2003 – perfekt für große Gruppen!

Vollmondnacht“ dagegen ist eher für kleinere Runden gedacht. Hier können sich 3 bis 10 Spieler und Spielerinnen auf die Suche nach den Werwölfen machen. In der Variante von Ted Alspach und Akihisa Okui bei Bézier Games von der Empfehlungsliste 2015 (2016 neu aufgelegt bei Ravensburger) stiften ebenfalls zahlreiche andere Figuren zusätzlich Unordnung wenn die heulend die Werwölfe bei Vollmond zum Maskenball rufen – aber ganz komprimiert in nur einer einzigen Nacht.

Wem Worte als Verkleidung ausreichen, für den ist „Werwörter“ (Ted Alspach bei Ravensburger) die perfekte Wahl. In dem Spiel von der aktuellen Nominierungsliste 2019 geht es darum, mit geschickten Fragen und unter Zeitdruck das geheime Wort zu finden, das die Werwölfe in die Flucht schlagen kann. Selbstverständlich muss aber jeder Spieler und jede Spielerin eine geheime Rolle spielen – und die Werwölfe innerhalb der der Dorfgemeinde versuchen, alle noch zusätzlich auf eine völlig falsche Fährte zu hetzen.

Venedig, wie es sinkt und lacht


Wenn Venedig dann erst einmal gebaut ist (siehe oben) kann man dort ja auch gleich Karneval feiern. Und damit es spannend bleibt, ein paar Agenten mit geheimen Aufträgen ins Getümmel stecken. So ist die Geschichte des – ebenfalls nur noch antiquarisch erhältlichen – „Inkognito“ (von Alex Randolph und Leo Colovini bei MB, ab 2001 überarbeitet bei Winning Moves, ab 2013 bei Piatnik). Das Spiel gewann 1988 den Sonderpreis „Schönes Spiel“ und ist im Kern ein Rollenspiel, in dem es ums Bluffen und Taktieren geht – die maskierten Agenten müssen im Trubel des historischen venezianischen Karnevals ihren Gegenpart und ihren Auftrag finden, um zu gewinnen. Da wird sich am Ohr gezupft oder anderweitig merkwürdig verhalten. Wer weiß, ob sich damals nicht schon Goethe und Casanova maskiert am Canale Grande trafen?

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