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Gefördert: SFZ Schwabach

Spiel-Räume im gebundenen Ganztagesbereich des Sonderpädagogischen Förderzentrums Schwabach

Im Sonderpädagogischen Förderzentrum Schwabach besuchen etwa ein Viertel der Schüler (ca. 50 Schülerinnen und Schüler) gebundene Ganztagesklassen. Sie verbringen also den Schultag bis in den Nachmittag im Klassenverband miteinander, essen gemeinsam Mittag und lernen, arbeiten und spielen zusammen in der Schule. Die Schülerinnen und Schüler unserer Schulart kommen verstärkt aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Milieus. Deswegen spielen soziale Komponenten gerade im gebundenen Ganztag eine große Rolle: Das gemeinsame Essen aber auch die gemeinsamen Spielzeiten (ohne Computer oder Konsole) sollen für die Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren soziale Erfahrungen und Erlebnisse ermöglichen. Zuhause dominiert bei den meisten die digitale Spielwelt. Viele der Kinder haben noch nie qualitativ hochwertige Brettspiele gespielt oder teilweise auch noch nie gesehen.

Der Ansatz des Projektes war es deswegen, im Ganztagesbereich eine Grundausstattung an Spielen für das Spiel in der Kleingruppe anzuschaffen und den Kindern den Zugang dazu zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurden eine Reihe von Spielen für die besagte Altersgruppe in ein- bis dreifacher Ausführung gekauft. Die Auswahl erfolgte durch die Kriterien „Qualität“ (z.B. durch Auszeichnungen), „Geringe Komplexität“ (und damit verbunden auch leichtere Multiplikation der Regeln durch die Schüler selbst), „Überschaubarer Zeitrahmen“ (maximal innerhalb von 45 Minuten spielbar) sowie „Ansprechende Gestaltung“ (um eine hohe Konzentration auf das Spiel zu ermöglichen).

Gekauft wurden schließlich:

  • Spinderella
  • Krazy Wordz
  • Codenames
  • Ubongo 3D
  • The game (on fire)
  • Qwinto
  • Machi Koro
  • Dixit
  • Camel up
  • Colt Express
  • Stone Age junior

Die Spiele wurden den Schülerinnen und Schülern der Ganztagesklassen sowohl in der wöchentlichen Spiele-AG am Nachmittag als auch in speziellen Rhythmisierungs-Stunden im Tagesverlauf nach und nach präsentiert und erklärt. Auf die Erklärung folgten eine Ausprobier-Phase und dann jeweils freies Spielen. Nach Erklärung vieler Spiele durften die Schüler in Spiele-Zeiten sowie in der Spiele-AG selbstständig Spiele aus dem Spieleschrank holen und spielen und erhielten ggf. Unterstützung durch die Lehrkraft. In Multiplikationsphasen wählten die Schüler Spiele aus, die sie Mitschülern aus anderen Klassen (z.B. auch Patenklassen mit jüngeren Kindern) erklären wollten, um sie dann gemeinsam zu spielen.

Da die im Projekt geplante externe Fortbildung der Lehrkräfte entfiel (es wurde kein Referent gefunden, zudem erfolgte die Multiplikation des Projekts intern), wurde neben den Gesellschaftsspielen noch ein Klassensatz Yo-Yos angeschafft, die zum Teil über die Projektmittel, zum Teil über den Förderverein der Schule finanziert wurden. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich selbst mit Unterstützung (Lehrkraft bzw. Anleitung und Tutorials) Tricks mit den Yo-Yos aneignen und sie Mitschülern beibringen. Elemente aus dieser Übungsphase flossen u.a. in eine Aufführung bei den Schulkulturtagen der Stadt Nürnberg (Thema „Von der Rolle“) durch die damalige 5. Klasse Ganztag im Juni 2017 ein.

Bis heute erfreuen sich die Spiele in den Ganztagesklassen großer Beliebtheit in Freizeit- oder gezielten Spiele-Phasen und wurden teilweise schon aufgestockt und/oder erneuert. Damit konnten sich die Schülerinnen und Schüler die „Welt der Spiele“ erschließen, die ihnen vorher eher verschlossen war und vielleicht auch die eine oder andere Spielidee mit nach Hause nehmen.

Dr. Katharina Novotný
StRin FS

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