Gefördert: Lebenshilfe Seelze e.V.

Die Lebenshilfe Seelze e.V. unterstützt Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen mit dem Ziel der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in größtmöglicher Selbstbestimmung. Der Verein wurde 1966 gegründet und beschäftigt derzeit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Einzugsbereich umfasst Seelze, Garbsen, Wunstorf, Neustadt, Gehrden, Ronnenberg, Wennigsen und Barsinghausen. Folgend werden alle Bereiche kurz erläutert.

Die Frühförderung richtet sich an Säuglinge und Kleinkinder mit Entwicklungsverzögerung oder Behinderung. Förderung und Beratung erfolgen zu Hause oder in eigenen Räumen; aktuell werden rund 150 Kinder betreut. Der Kooperative Kindergarten schließt daran an und bietet sieben heilpädagogische Gruppen (56 Plätze), eine Regelgruppe (25 Plätze), eine Hortgruppe (14 Plätze) und eine Kinderkrippe (15 Plätze).
In Seelze und Holtensen erhalten rund 600 Menschen mit Behinderung Ausbildung und Arbeit in der Lebenshilfe-Werkstatt. Ziel ist eine individuelle Förderung, vom Einzelarbeitsplatz bis zur Kleingruppenbetreuung. Für rund 150 Menschen gibt es Wohnstätten und Wohngruppen in Wunstorf und Umgebung. Ambulant Betreutes Wohnen sowie der Familienunterstützende Dienst ergänzen das Angebot. In der Schulbegleitung beträgt die Anzahl 60 Kinder.

Der „Zauberberg“ in Seelze

Die Autismusambulanz bietet Unterstützung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störungen an. Ziel ist es die Klient*innen individuell zu begleiten und je nach Wunsch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dabei werden sichere, strukturierte und fördernde Lern- und Erfahrungsräume geschaffen, welche die selbstständige Lebensführung und persönliche Entwicklung ermöglichen. Gleichzeitig bietet die Ambulanz Entlastung für Familien, fördert Kooperationen mit Schulen und Therapeuten und trägt durch Aufklärung zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei.
Aufgrund der sozialen Herausforderungen im Autismus-Spektrum soll das Projekt ein Angebot darstellen, um Kinder und Jugendlichen gruppenbasierte Erfahrungen im sozialen Miteinander zu ermöglichen.

Im Rahmen unseres Projekts führten wir zwei einmalige Gruppenangebote mit „Spiel des Jahres“-Spielen durch. Ziel war es, spielerisch soziale Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit und gemeinsames Handeln zu fördern sowie die Kinder bewusst in Kontakt miteinander zu bringen. Die Teilnehmer*innen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Kinder von 7 bis 12 Jahren und Jugendliche ab 17 Jahren. Dadurch konnte die Spielauswahl altersgerecht und entwicklungsbezogen erfolgen.
Verwendet wurden u.a die Spiele „Quacksalber von Quedlinburg“, „Sky Team“ und „Flip 7“. Die Spiele bieten klare Regeln, überschaubare Abläufe und direkte Rückmeldungen, was besonders für Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum hilfreich ist.

Der Ablauf des Angebots war strukturiert in mehrere Spielrunden mit klaren Anfangs- und Endzeiten. Zu Beginn jeder Einheit wurden die Regeln gemeinsam besprochen und erläutert, bevor die Kinder in Kleingruppen die Spiele spielten. Die pädagogischen Begleitpersonen standen unterstützend zur Seite, halfen bei Konfliktlösungen, erklärten Spielzüge bei Bedarf noch einmal und gaben positives Feedback. Während der Spielrunden konnten die Kinder ihre Züge planen, Entscheidungen treffen und miteinander kommunizieren. Gelegentlich fand ein kurzes Reflexionsgespräch statt, in dem die Teilnehmenden ihre Erlebnisse teilen, über Herausforderungen sprechen und Erfolge anerkennen konnten.
Jüngere Kinder erfuhren Warten, Rücksichtnahme und soziale Grundfertigkeiten, während in der älteren Gruppe Kooperation, Kommunikation und gemeinsame Strategien im Vordergrund standen. Konflikte konnten in dem Rahmen konstruktiv gelöst und in kleine Gruppenerfolge erlebt werden.

Besonders wertvoll ist, dass die Spiele angeschafft und dauerhaft in der Einrichtung behalten werden können. So lassen sie sich künftig regelmäßig einsetzen und bieten nachhaltigen Nutzen z.B zur Förderung sozialer Fähigkeiten, Konzentration, Impulskontrolle und positiver Gruppenerfahrungen.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Projekt gezeigt hat, wie spielerische Angebote gezielt soziale Interaktion fördern und die emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit Autismus unterstützen können. Durch den regelmäßigen Einsatz der Spiele entstehen langfristige Möglichkeiten, Fähigkeiten zu stärken und positive Gruppenerfahrungen zu sammeln, die weit über den einzelnen Projekttag hinauswirken.

i.A. Philipp Bösemann
Autismusambulanz

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