Gefördert: Kiderlinschule in Fürth
Die „Kiderlinschule“ ist eine Mittelschule im Süden der Stadt Fürth. Unsere Schule besuchen etwa 380 Schülerinnen und Schüler. Viele von ihnen kennen aus ihrem Elternhaus kaum Gesellschaftsspiele; meist sind lediglich „Monopoly“, „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Uno“ bekannt.
Im Schuljahr 2023/24 organisierte die damalige Klasse 7cM erstmals ein Brettspielevent für die gesamte Schule. Viele Klassen nahmen teil, die Spiele wurden von Schülern für Schüler erklärt. Daraus entwickelte sich eine feste Tradition: Am vorletzten Schultag vor Weihnachten können sich die Klassen anmelden und klassen- sowie jahrgangsübergreifend gemeinsam spielen. Organisation und Durchführung liegen mittlerweile vollständig in Schülerhand, Lehrkräfte unterstützen nur noch punktuell. Durch das Förderprogramm konnte das Spielangebot deutlich erweitert werden, da anfangs nur sehr wenige Spiele – überwiegend aus dem Privatbesitz von Lehrkräften – zur Verfügung standen.

Zusätzlich wurden Vertretungsboxen für Vertretungsstunden zusammengestellt. Diese sind nach Fächern bzw. Kompetenzen (Mathe, Deutsch, Logik, Konzentration, Kooperation und Fun) sortiert und jeweils für die Jahrgangsstufen 5/6 sowie 7–10 vorhanden. Im Technikunterricht fertigten Schüler passende Holzboxen für die Spiele an.
Die brettspielerfahrene Klasse 9cM lernte die neuen Spiele und vermittelte sie an die 7cM. In einem klassenübergreifenden Projekt organisierten beide Klassen das diesjährige Brettspielevent, bei dem Spiele aus den Vertretungsboxen genutzt wurden. So konnten viele Klassen die Spiele kennenlernen, was den Einsatz durch Lehrkräfte erleichtert. Beide Klassen stehen zudem als Erklärer bereit.
Schwierigkeiten bestehen weiterhin darin, dass es im Schulalltag noch nicht gelungen ist, alle Lehrkräfte mit den Spielen vertraut zu machen. Gleichzeitig fällt es vielen Schülern schwer, sich auf Neues einzulassen, bei Herausforderungen bzw. Misserfolg nicht aufzugeben oder sich zu konzentrieren. Häufig wird/wurde daher nach bekannten Spielen wie „Uno“ gefragt und neue Spiele zunächst skeptisch betrachtet.
50 % der Lehrkräfte haben die Boxen im Unterricht und in Vertretungsstunden eingesetzt. Davon ca. 30 % der Lehrkräfte regelmäßig, ca. 20 % immerhin vereinzelt. Diese Zahl soll weiter steigen. Schüler nehmen die Spiele mittlerweile gut an und vereinzelt wurde gefragt, ob sie über die Weihnachtsferien Spiele ausleihen dürften, weil sie mit Freunden und Familie spielen wollten.
Michael Röttinger
Klassenleitung der Klasse 9cM
