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Draftosaurus – auf der Empfehlungsliste 2020

Urzeitriesen, handlich verpackt: In „Draftosaurus“ (Antoine Bauza, Corentin Lebrat, Ludovic Maublanc und Théo Rivière bei Ankama/Board Game Box) werden alle Spielenden zur Leitung ihres eigenen, supermodernen Freizeitparks. Einer von der Art, wie wir sie aus Filmen wie „Jurassic Park“ kennen. Jurymitglied Bernhard Löhlein erzählt stimmungsvoll von diesem Spiel, das auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres 2020 steht.

Folge 3: Kinder und Kenner

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Uwe Rosenberg ist sicherlich ein Ausnahmespieleautor – auch in diesem Jahr ist wieder eines seiner Spiele zum Spiel des Jahres nominiert – „Nova Luna“. So befasst sich unser Podcast in gleich zwei Folgen mit dem Schaffensprozess und den Ideen, die hinter den Spielen Rosenbergs stecken. In der ersten Folge des Gespräches mit Rosenberg ging es ums Spiele erfinden – in dieser zweiten Folge geht es um das Spielen selbst:

Wer ist man, wenn man spielt? Welche Spiele passen zu welcher Stimmung? Und: Wieviel Komplexität kann man Kindern und Erwachsenen überhaupt zumuten? Darüber sprechen wir nicht nur mit dem Spieleautor – denn der hat sich für das Gespräch auch noch Besuch eingeladen.

Uwe Rosenberg beim Vorabend der Preisverleihung 2015

Selbstverständlich kommen in dieser Folge auch wieder Mitglieder der Jury Spiel des Jahres zu Wort. Mit dabei: Manuel Fritsch, Bernhard Löhlein und Christoph Schlewinksi.

SHOWNOTES
Mehr zu „Nova Luna“ (Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel, Nominierung Spiel des Jahres 2020)
Mehr zu „Agricola“ (Uwe Rosenberg, Sonderpreis Komplexes Spiel 2008)
Mehr zu „Ora et Labora“ (Uwe Rosenberg, Auf der Empfehlungsliste 2012)
Martin Klein über „Caverna“ (Uwe Rosenberg, 2017)

Das spielerische Quartett: Schrapers, Löhlein, Gohlisch, Marrandino

Es ist wieder Zeit für ein spielerisches Quartett. Drei Jurymitglieder und ein Gast richten ihre kritischen Augen darauf. In dieser Runde treffen der Vorsitzende der Jury Spiel des Jahres, Harald Schrapers, Jurysprecher Bernhard Löhlein, der die Runde moderiert, Stefan Gohlisch sowie als Gast Melanie Marrandino aufeinander. Melanie Marrandino ist Teil der Spieledinos, die seit 2008 auf Youtube regelmäßig Spielerezensionen veröffentlichen.

Folge 2: Das spielerische Quartett #1

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Vier Köpfe, vier Spiele: In unserem Format „Spielerisches Quartett“ sprechen jeweils drei Jurymitglieder mit einem Gast über insgesamt vier Spiele – jeder und jede der Beteiligten bringt eines mit.
In der ersten Ausgabe dieses Formats unterhalten sich die Jurymitglieder Bernhard Löhlein (Sprecher des Spiel des Jahres e.V.), Christoph Schlewinski und Julia Zerlik mit Gast-Podcasterin Martina Fuchs. Thema sind „Team3“, „Rune Stones“, „Pictures“ und „Palm Island“. Martina Fuchs ist ansonsten in ihrem Podcast „Fux und Bär“ zu hören, in dem sie über eine große Bandbreite an Spielen berichtet, sie kritisiert und erklärt.
Löhlein, Zerlik, Schlewinski, Fuchs

Kritikenrundschau: Insel der Katzen – frischer Fisch an Deck

Miau und Ahoi: Die Katzen müssen von der „Die Insel der Katzen“ (Frank West bei Skellig Games) auf ein Schiff gerettet werden. Dort räkeln sie sich dann an Deck – es sind eben Katzen. Dazu werden Karten gezogen, es wird gepuzzelt und überhaupt: Der frische Fisch sollte dabei auch nicht ausgehen. Unsere Jurymitglieder haben sich in ihren jeweiligen Medien auf samtpfotige Rettungsaktion begeben.

„Wir versuchen, möglichst viele Katzen auf unser Schiff zu puzzeln“, erklärt Julia Zerlik das Spiel. „In der Erkundungsphase erhält jeder Spieler sieben Karten und sucht sich zwei davon aus. Die restlichen Karten werden nach links oder rechts weitergegeben.“ Die so gezogenen Karten können behalten werden – müssen dann aber mit Fisch bezahlt werden. Anschließend „können nun alle behaltenen Karten ausgespielt werden – offen oder verdeckt.“ Manche Karten heißen „Lektionen“ und stellen Siegpunktbedingungen dar. Mit grünen Rettungskarten können Katzen von der Insel gerettet werden. „Erhaltene Katzen müssen sofort auf dem Rettungsschiff eingepuzzelt werden. Auf dem Schiffstableau gibt es Verschiedenes zu überdecken, um Schatzplättchen zu erhalten oder Minuspunkte zu vermeiden. Am Ende punkten Gruppen gleichfarbiger Katzen und das Erfüllen von Lektionen.“

Karten ziehen, puzzeln, der Auswahlmechanismus, dass die Karten bezahlt werden müssen – alles das seien keine „neuen Mechanismen“, findet Zerlik. Aber sie seien „auf eine sehr elegante Art und Weise zusammengefügt“. Zerlik gefällt „das ganze Spiel richtig gut, weil wir soviel Variabilität drin haben“, sowohl was die Karten als auch das Puzzeln der Katzen anginge. Das läge hauptsächlich an den unterschiedlichen Zielvorgaben.
Das „ganz große Manko“ des Spieles sei allerdings die Anleitung. „Denn es gibt sehr viele Karten, und leider ist bei vielen Lektionen überhaupt nicht klar, wie das gemeint ist.“ Oft seien Zielvorgaben nicht eindeutig. „Und das trübt den Spielspaß“, beklagt Zerlik. „Es wurde leider hier versäumt, die Regeln klar und deutlich zu schreiben.“ Außerdem bemängel Zerlik, dass sich in dem Sack, aus dem Schätze und Katzen gezogen werden müssen, die Gegenstände nicht so gut mischen lassen. Die größeren Gegenstände seien oben, die kleineren unten. Man müsse sehr oft neu mischen, um ausgeglichen zu ziehen.
„Ansonsten finde ich das Spiel genial“, urteilt Zerlik. Dass die Fische als Währung doppelt eingesetzt würden – um Karten zu kaufen und um Katzen anzulocken – erfordere gutes Management. „Das gefällt mir“, sagt Zerlik. „Es ist eines dieser Spiele, wo man ganz viel will aber gar nicht alles schaffen kann.“ Das Spiel sei ein „ordentlicher Hirnverzwirbler“.¹

„Ein Spiel voller Liebe für Katzen“, findet Manuel Fritsch „Die Insel der Katzen“. „Es ist ein mechanisches Spiel“, sagt er, keines, das von der Story getrieben würde. Gut gefällt auch ihm die große Variabilität: „Jede Partie ist anders, weil man sich den Großteil der Siegpunkte zusammendraftet.“ Es gäbe beispielsweise Punkte für alle Katzen, die den Rand des Schiffes berühren oder für alle roten Katzen. Dass in dem Spiel immer wieder Karten gezogen werden müssen, findet Fritsch reizvoll – gerade auch, weil man dabei auf die Auslage der Mitspieler und Mitspielerinnen achten müsse. „So baut sich das Spiel bei jeder Partie neu auf“, sagt Fritsch. „Dadurch wird das Spiel auch nicht langweilig, weil du so viele Möglichkeiten hast, an die Punkte zu kommen.“ Es sei, urteilt Fritsch, „ein ganz, ganz tolles Spiel geworden.“
Einzig die Altersangabe auf dem Karton findet Fritsch nicht gut gelungen. Dort stehe, dass das Spiel ab acht Jahren geeignet sei, das bezöge sich aber auf eine vereinfachte Regelvariante, die – findet er – sehr viel weniger Spielspaß bietet. Es sei mit den Originalregeln „auf jeden Fall ein Kennerspiel“. ²

Auch Nico Wagner findet das Spiel „in der normalen Version tausendmal besser“. Das liegt hauptsächlich daran, dass in der vereinfachten Regelvariante keine Karten gezogen würden, das Spiel aber den Kartenzieh-Mechanismus „richtig cool aufwertet. Ich weiß, warum ich was drafte, und zwar nicht nur, weil ich jetzt opportunistisch gerade genau diese eine Karte brauche. Sondern weil ich mir tatsächlich festlegen will, wofür ich diese Punkte bekomme.“ Dadurch, dass jeder seine eigene Regeln erschaffe, würde „Die Insel der Katzen“ zu einem „Puzzlespiel für Leute, die nicht gut puzzeln können“, weil es eben auch Aufträge gäbe, wo es gar nicht darum geht, einen Bereich des Schiffes exakt vollzupuzzeln. „Da kannst du sehr viel steuern, wie du das Spiel erleben möchtest.“
Wagners Hauptkritikpunkt ist, ähnlich wie der von Julia Zerlik, „dass es viele Aktionen gibt, die sich erst mal nicht erschließen, aber leider auch nicht durch die Anleitung erschlossen werden. Dieses Spiel hat ein Problem mit der Anleitung. Ich fand die nicht verständlich geschrieben, teilweise wurden Karten nicht erklärt.“ Wagner findet das schade. „Das ist so ein Materialflutspiel, und dann spart man anscheinend an der Anleitung.“ Wagner sieht das Problem darin, dass das Spiel für den deutschen Markt zwar übersetzt wurde, allerdings nicht noch einmal redaktionell bearbeitet.³

Bernhard Löhlein lobt „Die Insel der Katzen“ auch gerne: „Tetrisförmige Teile auf meinem Tableau zusammenfügen – solche Spiele gibt es in letzter Zeit sehr häufig. Aber dieses Spiel ragt aus der Masse heraus“, meint er. „Da sind Karten, die viele Wege zum Ziel bieten, die Spannung, welche Tiere noch aus dem Beutel in die Auslage gezogen werden und die fulminante Ausstattung, die sich natürlich auch im Preis niederschlägt.“ Sein Urteil: „Alles zusammen: eine runde Sache.“

¹ Spiel doch mal… Die Insel der Katzen
² Insert Moin: Le Brett vom 8.2.2021 (kostenpflichtig)
³ Brettagoge #162: Ein Zweidrittel Dutzend
⁴ Radio IN: Spiel der Woche vom 13.3.2021

Folge 1: Gütersloher Prototypen

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Ein Podcast aus der Redaktion des Spiel des Jahres e.V.? Selbstverständlich. Denn zu den Preisträgern, zu den Kinder-und Kennerspielen, zu den Nomininierungs- und Empfehlungslisten gibt es noch viel mehr an Geschichten zu erzählen. In unserem Podcast-Format wollen wir einige dieser Geschichten aufgreifen, über Hintergründe berichten und den Blick über die Welt der Spiele ein wenig schweifen lassen.

Uwe Rosenberg am Rande der Spiel-des-Jahres-Preisverleihung 2015 in Berlin

Für die erste Folge haben wir den Spieleautor Uwe Rosenberg Ende Februar 2020 in seiner Werkstatt in Gütersloh besucht und mit ihm übers Spielen und über Spielemachen gesprochen, über seinen Schaffensprozess und die Ideen, die dahinter stehen. Und weil wir sehr lange mit ihm gesprochen haben, gibt es nicht nur eine Folge aus der Rosenberg’schen Werkstatt, sondern gleich zwei.

Aber hier möchten wir erst einmal die erste Folge präsentieren: „Gütersloher Prototypen“. Außerdem mit dabei: Manuel Fritsch und Bernhard Löhlein als Mitglieder der Jury Spiel des Jahres und der Geschäftsführer des Vereins, Guido Heinecke. Durch die Folge führt Jan Fischer.

SHOWNOTES
Mehr zu „Ora et Labora“ (Uwe Rosenberg, Empfehlung 2012).
Mehr zu „Caylus“ (William Attia, Sonderpreis komplexes Spiel 2006).
Mehr zu „Agricola“ (Uwe Rosenberg, Sonderpreis komplexes Spiel 2008).
Mehr zu „Arler Erde“ (Uwe Rosenberg, Empfehlungsliste 2015).
Mehr zu „Bohnanza“ (Uwe Rosenberg, Empfehlungsliste 1997).

Promotion zur Kultur-, Wissens- und Mediengeschichte des Spielens

Uni Konstanz

Der Verein Spiel des Jahres fördert bis zu zwei Promotionsstellen, um die Entwicklung der Brettspielkultur in den letzten 50 Jahren zu erforschen. Die Teilzeitstellen als akademische Mitarbeiter:innen sind an der Universität Konstanz bei der Geschichts-, Medien- und Kunstwissenschaft angesiedelt, Bewerbungen sind selbstverständlich auch von außerhalb möglich.

Uni Konstanz

Mit den Stellen soll ein „innovativer Beitrag zu einer Kultur-, Wissens- und Mediengeschichte des Spielens im 20. und 21. Jahrhundert geleistet werden“, heißt es in der Ausschreibung, die die Universität mit dem Spiel des Jahres e.V. erstellt hat. „Die Erforschung des Kritikerpreises und seiner Geschichte soll Forschungsfragen einer veränderten Wissenschaft des Spielens eröffnen, die sich zum Beispiel damit beschäftigen, wie sich mit den immer wieder neu zusammengestellten und gestalteten Spielmaterialien auch Spielhandlungen, Spielweisen und die Zusammensetzung von Spielgruppen mitentwickelt und weltweit verändert haben. Wie lassen sich die Diskussionen und Entscheidungen der Jury als Teil dieser Prozesse verstehen?“ Ziel sei jedoch keine „herkömmliche ‚Vereinsgeschichte‘ und kein additiver Katalog prämierter Spiele“, wird in der Ausschreibung betont. Bewerbungen auf die Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, die zunächst auf zwei Jahre befristet sind, werden bis zum 30. Juni 2021 von der Konstanzer Uni entgegengenommen.

Universität Konstanz: Ausschreibung und Bewerbung ➜

Kritikenrundschau: Zen Garden – des Kaisers neuer Garten

Gärtnern soll entspannend wirken. Sagt man zumindest. Dies gilt aber wahrscheinlich nur für den eigenen Garten – wenn der Kaiser einen verlangt wie in „Zen Garden“ (Mike Georgiou bei Queen Games), dann kann es schon einmal etwas anstrengender werden. Unsere Jurymitglieder haben sich in ihren jeweiligen Medien den Anforderungen des Kaisers gestellt. Ob es bei ihnen zur inneren Ruhe beigetragen hat oder doch eher in Arbeit ausartete? Die Kritikenrundschau gibt eine (entspannte) Antwort.

„‚Zen Garden‘ ist einfach und kompliziert zugleich“, fasst Udo Bartsch das Spiel zusammen. „Einfach, weil wir immer nur die Wahl aus maximal zwölf Plättchen haben. Manche gibt es geschenkt, andere kosten bis zu zwei Münzen. Wir bezahlen, nehmen und fügen angrenzend ein“, schreibt Bartsch in der Spielbox. Jeder auf seinem Tableau und jeder nach persönlichem Geschmack. Aber natürlich nicht nach dem eigenen Geschmack. Nur der persönliche des Kaisers zählt am Schluss Punkte. Der Kaiser könnte nun sagen, er freue sich einfach über eine ordentliche Ladung Kieselsteine mit vielen Buddhas darauf, und man wüsste, was zu tun ist. Doch die Auslosung zu Beginn der Partie definiert garantiert etwas anderes. Vielleicht dies: Bänke sind gut, Kirschblüten noch besser, man soll die Mehrheit der Pagoden besitzen, von den Steinwegen entweder keinen oder ganz viele und man soll möglichst schnell je vier Tonböden und Kraniche sowie Wasser und Bohlenwege auslegen. Und, ach ja, generell schätzt es der Kaiser, wenn mindestens sechs oder am besten noch mehr gleiche Elemente vorhanden sind, wenn zudem je vier aneinandergrenzende Wege identisch und alle farbgleichen Teile zueinander benachbart sind und, wenn wir uns eh schon verrenken, der Park bitte so wenig verschiedene Landschaften wie möglich enthält.“

Zen Garden

„Angesichts der multiplen Herausforderungen spielt sich ‚Zen Garden‘ überraschend leichtgängig und angenehm“, meint Udo Bartsch. „Eins von zwölf Plättchen wählen zu müssen ist wohl ein paar Überlegungen wert. Doch Grund zum dauerhaften Grübeln besteht nicht.“ Man wisse „nie so genau, worauf die Konkurrenz ihr Auge geworfen hat. Dazu sind die Möglichkeiten zu Punkten zu umfangreich. Gerade die Ungewissheit, was weggeschnappt wird und was liegenbleibt, macht das Gärtnern spannend.“
Generell gefällt Bartsch das Spiel: „Eine halbe Stunde lang haben wir entspannt gepuzzelt und dabei viele Tätigkeiten ausgeführt, die Spaß machen: Wir haben Ordnung geschaffen, Elemente zusammengefügt, konstruktiv etwas aufgebaut. Auch ohne kaiserliche Krönung sind wir schon während der Partie belohnt worden. Mindestens mental“, schreibt er. „So folgen wir langfristigen und kurzfristigeren Zielen parallel, was ‚Zen Garden’ einen guten Spannungsbogen verleiht.“ Dabei sei „im großen, bunten, Punkte-Kaisersalat“ für jeden etwas dabei. Obwohl man in „Zen Garden“ nichts „Besonderes, Innovatives, Spektakuläres“ fände. „Die Abläufe sind still und gleichbleibend, die Interaktion gering, die Illustrationen unaufdringlich. Aber wer will schon einen Park mit Knallfröschen und Konfettiregen? Im Garten suchen wir Ruhe, Zerstreuung und Harmonie. Und im ‚Zen Garden‘ finden wir das.“ Sieben von 10 Punkten ist das Bartsch wert. ¹

Bernhard Löhlein gärtnert auch gerne für den Kaiser: „Irgendwo muss da ein Nest sein – in diesem Jahr gibt es eine Reihe von Spielen mit japanischen Gärten als Thema“, fällt ihm auf. Sein Favorit unter diesen Gartenlegespielen sei „Zen Garden“. Obwohl es im Grunde nichts unbekanntes zu entdecken gäbe: „Eigentlich ist dieser Mechanismus altbekannt: Da liegen Teile in der Mitte, die schnappe ich anderen weg und lege sie bei mir an“, sagt er. „Die Abwechslung macht den Unterschied, ich kann jedes Mal neu eine andere Strategie ausprobieren. Zudem ist es sehr übersichtlich, ich kann also auch darauf achten, was den anderen nützt.“ Sein abschließendes Urteil: „Das mag ich.“ ²

„Es ist eigentlich etwas, was wir aus ganz vielen Spielen kennen“, fällt auch Julia Zerlik an „Zen Garden“ auf. Dennoch verliefen die Partien oft sehr unterschiedlich. Denn: Man könne nicht alle Vorgaben des Kaisers erfüllen: „So hat man von Partie zu Partie einen kleinen Lerneffekt. Man muss lernen, sich zu fokussieren, damit man nicht von allem nur ganz wenig hat. Dann wird man nicht gewinnen. Und das finde ich hier den Clou.“ Noch dazu sei die Einstiegshürde durch die Möglichkeit unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade niedrig. Und außerdem: „Es hat einen hohen Aufforderungscharakter im Sinne von: Ich will nochmal und nochmal“, sagt sie. „Deswegen hat das Spiel gewisse Sogwirkung. Auch wenn es eigentlich nichts neues ist und eigentlich etwas ist, wo man denkt: Kenne ich. Aber durch diese Wertung, durch diese Variabilität ist es doch wieder außergewöhnlich.“
Nach ein paar Partien allerdings, meint Zerlik, sei „ein bisschen die Luft raus“, weil man irgendwann wisse, welche Taktiken funktionieren und auch nichts neues mehr ausprobiere. Die ersten Partien hätten ihr besser gefallen, „dann flachte es so ein bisschen ab.“ Der hohe Aufforderungscharakter gehe ein wenig verloren, ein schönes Spiel sei es dennoch. „Als schnelles, familientaugliches Spiel finde ich das schön, toll umgesetzt, auch vom Material“, urteilt sie.³

¹ Spielbox Heft 7/2020: Punktekaisersalat
² Radio IN, Spiel der Woche vom 14.11.2020
³ Spiel doch mal…: Zen Garden