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Gefördert: RK Witten

Gefördert: „ROSA spielt inne Gruppe – Gesellschaftsspiele im pädagogischen Kontext der Heimerziehung“

Der DRK-Kreisverband Witten e.V. ist als Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege und Nationale Hilfsgesellschaft Teil der demokratischen Bürgergesellschaft der Stadt Witten. Entsprechend seines zentralen Grundsatzes der Menschlichkeit ist das Ziel des Roten Kreuzes, Leben und Gesundheit zu schützen, der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen und gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Sicherheit und Zusammenarbeit zu fördern. Gemäß dem Grundsatz der Unparteilichkeit macht das Deutsche Rote Kreuz keinerlei Unterschied nach Staatsangehörigkeit, ethnischer Herkunft, Religion, sozialer Stellung, kultureller und politischer Zugehörigkeit. Das Deutsche Rote Kreuz ist der Toleranz und Vielfalt in seiner Stadt verpflichtet und bestrebt, Möglichkeiten und Orte zu schaffen, durch die Begegnung und Austausch in sicherem Umfeld sowie Integration und ziviles Engagement von Menschen über Milieu- und Kulturgrenzen hinaus gefördert und realisiert werden.

Das Deutsche Rote Kreuz in Witten hat sich in diesen Fall mit der Einrichtung einer Regelwohngruppe für Mädchen im Alter von 14 bis 21 Jahren befasst, da sich hier besondere Bedarfe in unserer Region herauskristallisieren. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Träger (Jugendamt Witten) und den regionalen Träger (Landesjugendamt) haben wir eine Konzeption verfasst, die dieser Zielgruppe gerecht wird. Mit diesem, durch „Spiel des Jahres“ geförderten Projekt erreichten wir zunächst einen  kleinen Teil von später maximal neun jungen Mädchen, die in der Form der Heimunterbringung bei uns im Haus untergebracht sind.

„Tausche Erz gegen Hund“ – „Keine Chance!“

Unsere Mädchenwohngruppe „ROSA“ öffnete Anfang 2018 die Türen. Eine wirklich modern eingerichtete und gut ausgestattete Wohngruppe, wo es lediglich an einen Pool von hausinternen Freizeitangeboten mangelte. Durch die Förderung von „Spiel des Jahres e.V.“ konnten wir unseren Mädchen eine wunderbare Palette an Brett- und Kartenspielen anbieten. Vorab hatten die Mitarbeiter selber schon private Spiele mitgebracht, die aber nicht in der Wohngruppe verblieben. Die Mädchen der Wohngruppe haben Interesse an gemeinsamen Spieleabenden, die u.a. auch ein wichtiger Bestandteil unserer Konzeption sind, um einen Austausch untereinander und mit den Mitarbeitern zu erlangen. Diese Begegnungsmöglichkeit in unseren Spieleabenden ist ein Forum, welches wir nicht missen möchten. Nicht nur die Interaktion untereinander, sondern auch das Drumherum sowie das Ausklinken aus der medialen Welt der Smartphones und der virtuellen Plattformen fördert ein gut geplanter Spieleabend. Natürlich sind die Mobiltelefone meist dabei, finden in dem Spielablauf jedoch weniger Beachtung, da man sich auf den Wettbewerb im Spiel konzentriert. In dieser angenehmen Atmosphäre kommt man gerne ins Plaudern oder bekommt einen besonderen Bezug zum Gegenüber. Dies ist natürlich auch ein großes Plus in der pädagogischen Arbeit mit den Mädchen und jungen Frauen in unserer Einrichtung. Sie lernen miteinander und voneinander, die Mädchen entdecken eigene Fähigkeiten oder vorhandene werden gefördert und ausgebaut. Zusammen erlernt die Gruppe in dieser Form niederschwellig viele soziale Kompetenzen wie Fairness, Teamgeist, Toleranz und gegenseitigen Respekt. Die durch diese Förderung angeschafften Gesellschaftsspiele werden zum Teil als pädagogisches Arbeitsmaterialien angesehen und wirken so gegen den sozialen Rückzug oder wie vorab schon benannt, der Entgleisung durch neue Medien (Internet, Facebook, etc.).

Auf der Jagd nach Mrs. X

Auch die Lasten des Alltags rücken für diese Zeit in den Hintergrund. Stattdessen kämpfen sie gegen Geister, beschützen in Teamarbeit den Düsterwald vor Werwölfen, lösen knifflige Kriminalfälle, erobern wettkampfartig ganze Länder, bauen Pyramiden oder schließen Wetten auf die nächste Skip Bo-Königin ab. Es ist ein lebendiges, stimmungsvolles Miteinander voller Wertschätzung und wechselseitigem Verständnis. Beim gemeinsamen Spiel haben die Mädchen die Möglichkeit, viele wichtige Kompetenzen im Umgang miteinander zu lernen.  Sie lernen mit Frustrationen umzugehen wenn sie verlieren und müssen auf einander Rücksicht nehmen, indem sie sich beispielsweise gegenseitig die Regeln erklären. Ein Spielenachmittag mit allen Bewohnerinnen ist ein gemütliches Beisammensein, bei dem die Lasten des Alltags in den Hintergrund rücken. Kooperationsspiele, Lernspiele, Strategiespiele und viele mehr, bei denen die Mädchen unter Anleitung  pädagogisch gefördert werden sind nun ein Teil unserer alltäglichen Arbeit.

Dies war der Auftakt für unseren wöchentlich stattfindenden Spieleabend, der von den Mädchen super angenommen wurde und nun ab April 2018 ein fester Bestandteil des Wochenprogrammes in unserer Einrichtung wird. Dies ist nicht einfach nur von den Pädagogen der Einrichtung gewollt, sondern mit Partizipation ausdrücklich gewünscht worden, von den Teilnehmern! Natürlich sind die Spiele nicht nur einmal in der Woche in Aktion, fast täglich wird damit gespielt. Und unter Mithilfe des Internets sind auch die Spielregeln schnell verständlich, wenn man keine Lust hat sich diese kleinschrittig durchzulesen.

Daniel Kammann
Pädagogische Leitung Jugendhilfe

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