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Ausblick


Ausblick auf das Förderprogramm ab 2020

Im nunmehr neunten Jahr unterstützt die Jury „Spiel des Jahres“ Projekte, die die Stellung des Spiels als Kulturgut in der Gesellschaft stärken. Das sind bisher zu weit über 90 Prozent Spielaktionen von Vereinen, Kirchengemeinden, Schulen, Kommunen und Privatpersonen. Besondere Projekte, die über Spieltage, Spielwochenenden oder den Aufbau von Spieliotheken hinausgehen, sind hingegen rar. Aus der Masse heraus ragen Projekte wie „Nachgemacht“ oder die Ausstellung „Ausgezeichnet“ in Steinhude. Insgesamt werden es am Ende des Jahres 312 Projekte sein, die mit einem Gesamtvolumen von über 404.000 Euro gefördert wurden – sicherlich eine sinnvolle „Graswurzelarbeit“ vor Ort, sicherlich viele lohnende Unterstützungen von Sozialämtern, Fachbereichen für Jugend und Familie, Ludotheken, Kinderstiftungen, Wohlfahrtsverbänden und vielen mehr in ihrer Arbeit rund um die Förderung des Spiels. Was der Spiel des Jahres e.V. als Initialzündung für regelmäßige Folgeveranstaltungen verstanden wissen wollte, wird aber von einer Reihe dieser Institutionen zum Anlass genommen, die Anträge jährlich zu wiederholen. Allerdings will der Verein unterstützender Impulsgeber sein, aber nicht die Position eines Dauersponsors einnehmen, denn das würde die Vielfalt der Unterstützungen einschränken.

Zusätzlich verstärkt sich der Trend, dass kommunale und kirchliche Träger, universitäre Einrichtungen und Schulen für ihre Aktivitäten die Unterstützung für zum Teil hohe Personalkosten beantragen. In der Regel geht es dabei um mindestens das Doppelte des Mindestlohns, teilweise wird sogar die fünffache Summe beantragt, oft für Personen, die ihr normales Gehalt von dem jeweiligen Träger erhalten. Der Verein Spiel des Jahres erwartet jedoch einen höheren ehrenamtlichen Einsatz, deswegen werden solche Anträge regelmäßig gekürzt und reduziert sie auf die Unterstützung für Spieleinkäufe.

Der Spiel des Jahres e.V. hat, was kaum bekannt ist, schon lange vor der Einrichtung des Förderprogramms, regelmäßig Projekte und Institutionen im Spielebereich unterstützt. Über viele Jahre hinweg waren wir der Hauptträger des Deutschen Spielearchivs in Marburg. Der Verein hat den Umzug nach Nürnberg wesentlich mitgetragen und beim Aufbau des Archivs und Archivsystems die Stadt Nürnberg unterstützt. Seit fast 20 Jahren wird regelmäßig die Arbeit des Hippodice-Spieleclubs bei seinem auch international bedeutenden Wettbewerb für Spieleautoren gefördert, und seit 1997 das ebenfalls sehr erfolgreiche Stipendium für Nachwuchsautoren mit jährlich 3.000 Euro.


Ab 2010 konnte mit Unterstützung eines zusätzlichen Sponsors das Programm „Spielend gesund werden“ ins Leben gerufen werden, mit dem in vielen Kinderkliniken kleine Spieliotheken eingerichtet wurden.

Bestimmte Projekte werden auch weiterhin langfristig unterstützt. Anträge auf Langzeitförderung können seit 2015 gestellt werden. Die weiteren Förderaktivitäten werden hingegen gebündelt. Für jedes Jahr werden Förderschwerpunkte festgelegt, die mittelfristig bekannt gegeben werden. Für das Jahr 2020 ist folgender Unterstützungsbereich vorgesehen: Der Verein Spiel des Jahres fördert Projekte, die sich zum Ziel setzen, Menschen mit Handicaps den Zugang zu Spielen zu ermöglichen.

Künftige Schwerpunkte können sein:

  • Kindergartenarbeit
  • Kirchenarbeit
  • Seniorenarbeit
  • Spieletage
  • Spielevereine
  • Unterstützung von Forschungsprojekten an Universitäten

Weitere Vorschläge nimmt der Verein gerne entgegen, auch Wiederholungen sollen nicht ausgeschlossen sein. Die am Anfang herausgehobenen besonderen Projekte sollen auch außerhalb dieser Vorgaben weiter unterstützt werden. Der Spiel des Jahres e.V. ist weiterhin sehr interessiert an der Förderung kreativer Projekte, die helfen, das Kulturgut Spiel in der Gesellschaft bekannter zu machen.

Für die Antragsverfahren bedeuten die Regelungen, dass weiterhin Anträge auf Einmalförderung gestellt werden können, zusätzlich auch Anträge auf Langzeitförderungen. Bewilligt wird eine Langzeitförderung für einen Zeitraum von drei Jahren, danach ist eine erneute Antragstellung erforderlich. Regelmäßige Spieletage von Kommunen, Vereinen und karitativen Einrichtungen können nicht bei der Langzeitförderung berücksichtigt werden. Allerdings wird es auch für Spieletage immer einmal wieder eine Schwerpunktförderung geben.

Wieland Herold