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Folge 6: Spielerisches Quartett #2

Spiel des Jahres Podcast
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Vier Köpfe, vier Spiele: In unserem Format „Spielerisches Quartett“ sprechen jeweils drei Jurymitglieder mit einem Gast über insgesamt vier Spiele – jeder und jede der Beteiligten bringt eines mit.

In dieser zweiten Ausgabe unterhalten sich die Jurymitglieder Manuel Fritsch, Stephan Kessler und Nico Wagner mit der Gast-Rezensentin Astrid Diesen. Astrid Diesen ist langjährige Redakteurin der Spiele-Zeitschrift „Fairplay“.

Besprochen werden „Spirits of the Wild“, „The Castles of Tuscany“, „Killercruise“ und „Aeon’s End“.

Folge 5, Teil 2: Frauen in der Spieleszene

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Auch wenn sich die Zahlen in den letzten Jahren etwas angeglichen haben – Spielerinnen, Kritikerinnen, Autorinnen und Verlagsmitarbeiterinnen sind in der Spieleszene nach wie vor unterrepräsentiert. In dieser zweiteiligen Folge unseres Podcast haben wir uns auf die Suche nach Spielerinnen begeben, haben mit Frauen in Verlagen, mit Kritikerinnen und Autorinnen gesprochen.

Im zweiten Teil sprechen wir mit Yvette Vaessen, Commercial Director bei Asmodee Deutschland, und Jurymitglied Martina Fuchs.

SHOWNOTES
Zum ersten Teil dieser Doppelfolge
Liste mit weiblichen und nicht-binären Spieleerfinder*innen, zusammengestellt von Elizabeth Hargave, Autorin von „Flügelschlag“, Kennerspiel des Jahres 2019 (englischsprachig)

Folge 5, Teil 1: Frauen in der Spieleszene

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Auch wenn sich die Zahlen in den letzten Jahren etwas angeglichen haben – Spielerinnen, Kritikerinnen, Autorinnen und Verlagsmitarbeiterinnen sind in der Spieleszene nach wie vor unterrepräsentiert. In dieser zweiteiligen Folge unseres Podcast haben wir uns auf die Suche nach Spielerinnen begeben, haben mit Frauen in Verlagen, mit Kritikerinnen und Autorinnen gesprochen.

Im ersten Teil gibt es einen Besuch im Spieleladen sowie Gespräche mit den Spieleautorinnen Sophia Wagner und Inka Brand.

SHOWNOTES
Bericht von Sophia Wagner zum Förderpreis des Spiel des Jahres e.V.
Liste mit weiblichen und nicht-binären Spieleerfinder*innen, zusammengestellt von Elizabeth Hargave, Autorin von „Flügelschlag“, Kennerspiel des Jahres 2019 (englischsprachig)
Zum zweiten Teil dieser Doppelfolge

Folge 4: Hinter den Kulissen

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Die Preisverleihung der Preise für das Kennerspiel des Jahres und das Spiel des Jahres sind Höhepunkte des Spielejahres – aber was genau passiert eigentlich vor und nach der Preisverleihung? Was passiert bei der finalen Jurysitzung? Wie wird abgestimmt? Wie geht es den Autoren und Autorinnen der ausgezeichneten Spiele während der Preisverleihung und wie geht es für sie danach weiter? Und vor allem: Wie funktioniert das überhaupt, so eine Veranstaltung im verflixten Jahr 2020?

Video-Schaltung zum Autor von „Der Kartograph“, Jordy Adan

In dieser Folge unseres Podcast begeben wir uns ein hinter die Kulissen der diesjährigen Preisverleihung um einige dieser Fragen zu beantworten. Mit dabei: Harald Schrapers, Vorsitzender des Vereins Spiel des Jahres, Manuel Fritsch, Jurymitglied und Moderator der Preisverleihung, Thomas Sing, Erfinder des Kennerspiels des Jahres „Die Crew“ und Daniela und Christian Stöhr, Erfinder des Spiels des Jahres „Pictures“.

Draftosaurus – auf der Empfehlungsliste 2020

Urzeitriesen, handlich verpackt: In „Draftosaurus“ (Antoine Bauza, Corentin Lebrat, Ludovic Maublanc und Théo Rivière bei Ankama/Board Game Box) werden alle Spielenden zur Leitung ihres eigenen, supermodernen Freizeitparks. Einer von der Art, wie wir sie aus Filmen wie „Jurassic Park“ kennen. Jurymitglied Bernhard Löhlein erzählt stimmungsvoll von diesem Spiel, das auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres 2020 steht.

Folge 3: Kinder und Kenner

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Uwe Rosenberg ist sicherlich ein Ausnahmespieleautor – auch in diesem Jahr ist wieder eines seiner Spiele zum Spiel des Jahres nominiert – „Nova Luna“. So befasst sich unser Podcast in gleich zwei Folgen mit dem Schaffensprozess und den Ideen, die hinter den Spielen Rosenbergs stecken. In der ersten Folge des Gespräches mit Rosenberg ging es ums Spiele erfinden – in dieser zweiten Folge geht es um das Spielen selbst:

Wer ist man, wenn man spielt? Welche Spiele passen zu welcher Stimmung? Und: Wieviel Komplexität kann man Kindern und Erwachsenen überhaupt zumuten? Darüber sprechen wir nicht nur mit dem Spieleautor – denn der hat sich für das Gespräch auch noch Besuch eingeladen.

Uwe Rosenberg beim Vorabend der Preisverleihung 2015

Selbstverständlich kommen in dieser Folge auch wieder Mitglieder der Jury Spiel des Jahres zu Wort. Mit dabei: Manuel Fritsch, Bernhard Löhlein und Christoph Schlewinksi.

SHOWNOTES
Mehr zu „Nova Luna“ (Uwe Rosenberg und Corné van Moorsel, Nominierung Spiel des Jahres 2020)
Mehr zu „Agricola“ (Uwe Rosenberg, Sonderpreis Komplexes Spiel 2008)
Mehr zu „Ora et Labora“ (Uwe Rosenberg, Auf der Empfehlungsliste 2012)
Martin Klein über „Caverna“ (Uwe Rosenberg, 2017)

Kritikenrundschau: The Castles of Tuscany – Kurzurlaub im Castello

Aus dem Burgund in die Toskana: Nach den „Burgen von Burgund“ (2011 – oder 2019 neu aufgelegt als „The Castles of Burgundy“) erscheint vom Autor Stefan Feld „The Castles of Tuscany“ (bei alea). Sanfte Hügel, Olivenhaine und Weinberge dürfen da nicht fehlen – ganz wichtig aber: das eigene Castello. Auch wenn das in dem Spiel erstmal gebaut werden muss. Unsere Jurymitglieder besprechen in ihren jeweiligen Medien den (Kurz-)Urlaub in Italien.

„Vor jeder Spielerin und jedem Spieler befindet sich ein persönliches Tableau, das aus 30 sechseckigen farbigen Landschaften besteht“, erklärt Harald Schrapers das Spiel. „Im Kern geht es darum, Sechseckplättchen passend auf Landschaften zu legen – ein Dorf-Plättchen auf Rot, einen Steinbruch auf Grau und so weiter. Dafür gibt es jeweils einen Punkt – außer dann, wenn zwei oder drei gleichfarbige Landschaften aneinandergrenzen. Hier muss erst das gesamte Gebiet gefüllt werden, bevor es Punkte gibt – dann aber direkt drei oder sechs Punkte. Außerdem gewährt mir jedes Plättchen, je nach Farbe, einen besonderen Bonus.“

Leichter zugänglich

Das Spiel gefällt Schrapers – trotz Kritik an an der Spielanleitung, die einen „entscheidenden Kniff“ bei der Punktewertung nur schwer verständlich darstelle, und der Tatsache, dass unerfahrene Spieler und Spielerinnen „frühzeitig punktemäßig abgeschlagen“ sein könnten. „The Castles of Tuscany“ sei kein Strategiespiel, schreibt Schrapers. „Sondern die Kunst ist, auf die Zufälle taktisch klug zu reagieren und von der zurechtgelegten Road Map abzuweichen, wenn ein anderer Weg passender erscheint.“ Auch an Interaktion fehle es nicht. Insgesamt findet Schrapers das Spiel „überaus gelungen“ und einen Beweis dafür, dass Autor Stefan Feld auch leichter zugängliche Spiele gestalten kann. Er vergibt dafür 5 von 6 möglichen Punkten.¹

Das Kartenzieh-Plättchen

Udo Bartsch schließt sich dem Lob nur zögerlich an. „Ich habe eine ganze Weile mit ‚The Castles of Tuscany‘ gehadert“, schreibt er. „Tatsächlich ist es der allgegenwärtige Glücksfaktor, der mich schlussendlich versöhnt. Wer unpassend nachzieht, wird trotz Kartenzieh-Plättchen nicht gewinnen. Und ähnlich desaströs wirkt es sich aus, wenn im Markt nicht die Plättchen auftauchen wollen, die man benötigt. Manchmal kann es also frustrierend sein. Doch überwiegend fühlt sich ‚The Castles of Tuscany‘ konstruktiv an.“Am Ende lässt Bartsch also versöhnliche Töne anklingen: „Ein Spiel, das ich so häufig spiele, an dem ich mich derart reibe und so viel damit herumexperimentiere, ist offensichtlich wohl doch ‚reizvoll‘, auch wenn mir einiges missfällt. Neben dem fragwürdigen Kartenzieh-Plättchen betrifft dies auch die Optik. Vielen Spieler*innen bereitet die Zuordnung der grauen und beigen Karten zu den entsprechenden Plättchen Probleme.“ Das Spiel erhält bei Bartsch also die Wertung „reizvoll“ – mit 5 von 7 Sternen.²

Genau wie Udo Bartsch hadert Julia Zerlik in ihrer Videorezension mit dem Bonusplättchen, das von Anfang an das Ziehen einer weiteren Karte erlaubt – es sei zu stark und meist eine Gewinngarantie. Gerade auch aufgrund der großen Menge unterschiedlicher Karten und des Glücksfaktors, der dabei eine große Rolle spielt. Man müsse sehr oft Karten ziehen – „das fand ich ein bisschen nervig“, sagt Zerlik.
Ihr gefällt vor allem der „schnelle, flotte Charakter“ des Spiel. Es bestehe aus vielen kleinen Aktionen und sei eigentlich ein Rennen. Im Vergleich zum Vorgänger „Die Burgen von Burgund“ sei es aber „deutlich heruntergebrochen“, kein Kennerspiel, sondern eher ein „gehobenes Familienspiel“. Gerade auch der Mechanismus, mit dem das Rundenende ausgelöst wird hat es Zerlik angetan – dass die Punkte der ersten Runde dreifach in die Wertung eingehen, mache es spannend.³

Drei Herausforderungen

Karsten Grosser sieht in seiner Kritik drei taktische Herausforderungen in „The Castles of Tuscany“. Das sei erstens das Handkartenmanagement, zweitens der Wertungsmechanismus und drittens der Einsatz der Bonuskärtchen. „Bei aller Leichtigkeit bietet ‚The Castles of Tuscany‘ damit immer noch genügend Stellschrauben. Zumal die Zeitpunkte der drei Wertungen nicht von einer Rundenanzahl abhängen, sondern vom Bautempo des Schnellsten“, schreibt Grosser. „Seinen Reiz findet ‚The Castles of Tuscany‘ in der Verknüpfung eines flotten Spielflusses mit der dauerhaften Spannung, ob Zufall und Gegner meinen Plan nicht durchkreuzen. Erhalte ich das gewünschte Landschaftsplättchen, um noch vor der nächsten Wertung die Punkte für ein großes abgeschlossene Gebiet abzugreifen? Kriege ich noch eines der limitierten Bonusplättchen? Schaffe ich es als Erster, alle Felder einer Farbe zu belegen, um Extra-Punkte einzusammeln? Die Suche nach Antworten schenkt uns eine schöne Zeit in der Toskana und gute Unterhaltung.“ Mit drei von 5 Sternen erhält das Spiel bei ihm die Wertung „gut“.

Positives Spielgefühl

Auch Bernhard Löhlein ist in seiner Radiorezension von dem toskanischen Kurzurlaub überzeugt: „Das schöne ist: Immer, wenn ich ein Plättchen ablege, passiert auch was“, sagt er. „Wenn ich das alles geschickt miteinander kombiniere, habe ich am Ende die Nase vorn.“ Dennoch sei es kein einfaches Spiel. „So bunt und luftig es aussieht: Man muss sich da ganz schön reinknien, vor allem an die Wertungstafel muss man sich gewöhnen“, sagt Löhlein. „Mir gefällt, wie friedlich es da für ein Strategiespiel zugeht. Und die vielen Belohnungen, die man in einer Partie bekommt, die sorgen für ein positives Spielgefühl.“

¹ games we play: The Castles of Tuscany
² Rezensionen für Millionen: The Castles of Tuscany
³ Spiel doch mal…: The Castles of Tuscany
Spielekenner: The Castles of Tuscany
⁵ Radio IN, Spiel der Woche vom 24.10.2020

Folge 2: Das spielerische Quartett #1

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Vier Köpfe, vier Spiele: In unserem Format „Spielerisches Quartett“ sprechen jeweils drei Jurymitglieder mit einem Gast über insgesamt vier Spiele – jeder und jede der Beteiligten bringt eines mit.
In der ersten Ausgabe dieses Formats unterhalten sich die Jurymitglieder Bernhard Löhlein (Sprecher des Spiel des Jahres e.V.), Christoph Schlewinski und Julia Zerlik mit Gast-Podcasterin Martina Fuchs. Thema sind „Team3“, „Rune Stones“, „Pictures“ und „Palm Island“. Martina Fuchs ist ansonsten in ihrem Podcast „Fux und Bär“ zu hören, in dem sie über eine große Bandbreite an Spielen berichtet, sie kritisiert und erklärt.
Löhlein, Zerlik, Schlewinski, Fuchs

Kritikenrundschau: Killercruise – ein Schiff wird kommen

Nach „Safehouse“ ist „Killercruise“ (Marco Teubner, Moses) das zweite Spiel, dem der Krimiautor Sebastian Fitzek seinen Namen leiht – dieses Mal jagen die Spieler*innen, in Anlehnung an seinen Roman „Passagier 23“, einen Psychopathen auf einem Kreuzfahrtschiff. Macht das Spiel seekrank oder drehen sich die Mägen vor Spannung um? In ihren jeweiligen Medien haben viele unserer Jurymitglieder eine Fahrt auf dem Killerkahn gebucht.

Den Grundmechanismus borge sich „Sebastian Fitzek – Killercruise“ von „Pandemie“, schreibt Stephan Kessler in seinem Blog. „Mit Karten bewegen wir die Spielfiguren von Schiffsraum zu Schiffsraum, der Killer geht weiter, wenn beim Nachziehen von Karten eine Killerkarte aufgedeckt wird. Passagiere in den Räumen stehen für Aufträge, die wir erfüllen müssen, bevor die Killerfigur diese erreicht. Nach fünf Killer-Passagier-Treffen ist die Kreuzfahrt vorbei. Die Türen öffnen wir, indem wir zwei farbige Schlüssel ablegen, die auch auf den Karten abgebildet sind. Im Unterdeck finden wir Hinweise, die den Zufluchtsort des Psychopathen immer mehr eingrenzen. Finden wir diesen heraus, überleben wir die Killercruise.“

Unpassende Comic-Figuren

Der prinzipielle Ablauf sei spannend, meint Kessler. In dem kooperativen Spiel ergäben sich schnell Diskussionen über mögliche Strategien. Der Zufall spiele allerdings auch eine große Rolle: „Werden dem Killer die Passagiere direkt vor die Nase platziert, stehen wir da wie gebucht und nicht abgeholt. Werden nur Hinweise gefunden, die das Versteck des Psychopathen nicht mehr einschränken, schauen wir dumm von der Reling.“ Kessler kritisiert die comichafte Aufmachung der Figuren, die nicht so recht zu dem Thema passe, und das manchmal etwas abrupte Ende.

„Insgesamt“, meint Stephan Kessler, „liegt ein kommunikatives Krimispiel vor, dessen Regeln eingängig und rund sind, wenngleich sie sich gerne noch etwas mehr von „Pandemie“ hätten absetzen können. Das Schiff als 3-D-Modell und die spannende Grundthematik wirken anziehend auf Wenigspielende.“ ¹

Spannender als ein Sonntagabend-Fernsehkrimi

Stefan Gohlisch kommt in der Neuen Presse zu einem ähnlichen Schluss: „Teubner ist nach ,Safehouse‘ einmal mehr ein gelungenes Spiel für die Zielgruppe gelungen: ,Killercruise‘ richte sich eher an Fitzek- denn an Spiele-Fans. „Es ist fordernd, aber nicht überfordernd, transportiert so amüsant wie aufregend Thriller-Stimmung und nimmt sich dabei nicht zu ernst. Spannender als ein Sonntagabend-Fernsehkrimi ist es allemal“, schreibt er. 4 von 5 Sternen vergibt Gohlisch für das Spiel.²

„Ein Hingucker ist das dreidimensionale Schiff, der Spielplan“, sagt Bernhard Löhlein in seiner Radiosendung. „Das verzeiht einige Ungereimtheiten, zum Beispiel braucht es manchmal viel zu lange, bis man den entscheidenden Hinweis erhält.“ Sein Fazit fällt allerdings positiv aus: „Tolle Atmosphäre und spannend bis zum Schluss.“³

Schwachstellen trotz toller Schachtel

Zu denen, die Spaß an dem ungewöhnlichen Spielplan haben, gehört auch Udo Bartsch. „Wer ,Killercruise‘ auf dem Tisch liegen sieht, ist sofort fasziniert und will es spielen“, schreibt er. Prinzpiell gefällt ihm das Spiel: „Es ist spannend, es ist bedrohlich, es ist sehr kommunikativ. Wir müssen unsere Züge gut planen und optimieren, um ans Ziel zu kommen. Dass wir auch Glück benötigen, um mit den passenden Handkarten bedrohliche Situationen zu bereinigen, gehört dazu.“ Dennoch fallen ihm mehrere problematisch Stellen auf. „Es gibt keine Indizien, wo wir suchen müssen, damit es vorangeht. Selbst wenn wir den Aufenthaltsort des Psychopathen auf wenige mögliche Räume eingegrenzt haben, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass wir in irgendeinem dieser Räume die Auflösung finden werden.“ Das mündete oft in stumpfes Abarbeiten. Das zweite Problem ist der Mechanismus des Nachziehstapels: „Immer mal wieder geschieht es, dass nach der ersten Killerbewegung die neue Passagierkarte dem Killer direkt vor die Füße gelegt werden muss und wir keine Chance haben, sie noch zu retten, weil die unmittelbar folgende zweite Killerbewegung das leichte Opfer gleich wegnascht.“ Die faszinierende Gestaltung des Spiel kann Bartsch letztendlich nicht über diese Problemstellen hinwegtrösten – 4 von 7 Sternen erhält das Spiel bei ihm, und damit die Wertung „solide“.

Auch Harald Schrapers hat beobachtet, dass das Spiel manchmal unbefriedigend endet: „Dann steht man bereits in den zwei einzigen Räumen, die überhaupt in Frage kommen. Aber die Lösung befindet sich in einem Raum, von dem wir wissen, dass dort der Psychopath nicht ist. Dann rät man lieber den richtigen Ort – immerhin mit einer Eins-zu-eins-Chance.“ Schrapers findet, dass die Psychopathen-Story in Relation zu dem „gar nicht so nervenzerfetzenden“ Ablauf sehr dick aufgetragen sei. „Der Verlag möchte offensichtlich kein Familienspiel anpreisen, sondern peilt die Zielgruppe der Fitzek-Leserinnen und Leser an und schreibt mit ,ab 12‘ eine für die Komplexität deutlich zu hohe Altersangabe auf die Schachtel.“ Insgesamt könne „Killercruise“ trotz kleinerer Mängel überzeugen, er vergibt fünf von sechs möglichen Punkten. „Da man mit verdeckten Handkarten spielt, haben die Mitspielenden genug eigene Entscheidungsmöglichkeiten, ohne sich von einem Alphaspieler das Vorgehen diktieren zu lassen.“

Auch bei Julia Zerlik fällt die Schachtel von „Killercruise“ positiv auf: „Es ist eine der besten, durchdachtesten Schachteln, die ich je gesehen habe“, sagt sie in ihrer Videorezension, „dieses ganze Schiff ist eigentlich der Schachtelboden. Es lädt direkt dazu ein loszuspielen.“ Zwei kleine Kritikpunkte hat Zerlik dennoch: Die Hinweise auf den Psychopathen seien teilweise recht repetitiv: „Es kann passieren, dass man sich mühsam einen Hinweis freigespielt hat und denkt dann: Toll, das wussten wir doch schon.“ Außerdem sei der Aufbau sehr aufwändig.
Dennoch fällt Zerliks Fazit sehr positiv aus: „Es ist sehr ausbalanciert“, sagt sie, gerade auch aufgrund variabler Schwierigkeitsgrade. Es böte Spaß und Spannung und sei „sehr, sehr rund“.

¹ Krimimaster: Psychopath auf Fahrt
² Neue Presse, Ausgabe vom 29.10.2020
³ Radio IN, Spiel der Woche vom 7.11.2020
Rezensionen für Millionen: Killercruise
games we play: Killercruise
Spiel doch mal…: Killercruise