Gefördert: Spiele ohne Grenzen

Das auf mehrere Jahre angelegte Projekt richtet sich unter dem Motto „Miteinander spielen – voneinander lernen“ an Jugendliche in Sprachintegrationsklassen, größtenteils unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Integration. Spiele dienen als Brücke zwischen den Kulturen.

Zwischenbericht:

In 2015 und dem 1. Halbjahr 2016 wurden, unter Leitung des Koordinators KulturGilde e.V., insgesamt 18 Projekttreffen zwischen Projektpartnern und anderen Stakeholdern durchgeführt. Weiterhin wurden die Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl (CSU) und Martin Burkert (SPD) sowie der 2. Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Christian Vogel, persönlich über das Projekt unterrichtet. Diese sagten dem Projekt ihre volle Unterstützung zu.

Der Flüchtlingsstrom hat Deutschland unvorbereitet getroffen. 2015 wurden 1,1 Million Flüchtlinge registriert. Diese Entwicklung hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Projektdurchführung in den Sprachintegrationsklassen der Berufschule 5 Nürnberg. In kürzester Zeit musste von ursprünglich sechs Vollzeitklassen auf 22 Vollzeit- und zwei Teilzeit-Klassen im ersten Schuljahr aufgestockt werden. Die für das Projekt vorgesehene Lehrkraft musste den dringlicheren Aufgaben der Aufrechterhaltung des regulären Schulunterrichts folgen. Die Klassen mussten durch Honorar-Lehrkräfte ergänzt werden, so dass die Klassen sehr häufig wechselndes Personal vor sich haben und eine Durchführung des Projekts in der Form nicht möglich war.

Aufgrund dieser Situation mussten das Projekt und dessen Durchführung neu bewertet werden. Weiterhin wurden durch Spiel des Jahres nur 50 Prozent der beantragten Gelder bewilligt, so dass eine ganze Reihe Einschnitte und Kürzungen im der Projektkonzeption nicht ausbleiben konnte.

Die Neukonzeption des Projekts konzentrierte sich deshalb zunächst auf das dringlichste Problem in den Sprachintegrationsklassen der Berufsschule 5 Nürnberg: das Erlernen der deutschen Sprache. Erste Ansätze hatten hierzu das PIAGET Institute for Human Game Machine Interation HGMI mit dem Verband SpieleGilde in Form eines Spiel- und Lernteppichs entwickelt. Dieser wurde Ende 2014 auf der internationalen Erfindermesse mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Der Teppich wurde im Rahmen des Projekts weiterentwickelt und erfolgreich im Regelunterricht eingesetzt.

Eine Entlastung der angespannten Schulsituation konnte die KulturGilde mit dem Projektpartner südpunkt erreichen. In einem Workshop mit Bewohnern mit Migrationshintergrund der Nürnberger Südstadt wurde ein Geschicklichkeitsspiel in Gemeinschaftsarbeit entwickelt und mit einem lokal ansässigen Modellbauer prototypisch umgesetzt.

Die Projektpartner kamen außerdem überein, dass das Projekt eine zusätzliche Ergänzung findet, sobald eine Beruhigung des Flüchtlingszuzugs eingetreten ist und entsprechende Lehrkräfte wieder zur Verfügung stehen. Durch eine Erweiterung auf mehrere berufliche Schulen in Nürnberg wird die Fortführung des Projekts sichergestellt.

Roland Weiniger, KulturGilde

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