Gefördert: Aufbau einer Ludothek an der Werkstattschule in Rostock

Mit unserer Projektbeschreibung möchten wir allen Interessierten einen Einblick in den Aufbau unserer Ludothek geben – von der Idee bis zur Eröffnung.
Wir möchten Mut machen, sich für die Förderung bei „Spiel des Jahres“ zu bewerben.
Wir möchten Mut machen, sich auf den Weg zu begeben, mit Hilfe des Mediums Spiel spielerisch das Lernen zu motivieren, ein Miteinander zu fördern, zwischenmenschliche Beziehungen zu unterstützen und die Chance zu nutzen, die Schule als Ort des spielerischen Lernens zu erleben, verbunden mit dem Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Wer sind denn nun WIR?

Wir, das sind in erster Linie circa 540 Schülerinnen und Schüler, die die Klassen 1 bis 12 an der Werkstattschule in Rostock besuchen, das sind Pädagoginnen und Pädagogen, die als Erzieher oder Lehrer gemeinsam dafür sorgen, dass diese Schüler selbständig von- und miteinander lernen, und das in ihrem ganz individuellen Tempo, abhängig von ihren persönlichen Fähigkeiten und Stärken. Wir sind aber auch noch Sonder- und Sozialpädagoginnen, Heilerzieherinnen, sowie engagierte Freiwilligendienstleistende, Praktikanten/Studenten und nicht zu vergessen Eltern.

Uns allen ist wichtig, dass unsere Kinder und Jugendlichen in ihrem Schulalltag immer wieder Momente erleben, die sie miteinander teilen und die sie gemeinsam in schöner Erinnerung behalten – insbesondere auch altersübergreifend.

In unserer Integrierten Gesamtschule in freier Trägerschaft der Europäischen Stiftung für innovative Bildung (kurz EuSiB gAG) legen wir Wert auf Partizipation, ein Miteinander geprägt von Vertrauen, Offenheit und der Lust, Neues zu erlernen und auszuprobieren … und das gilt nicht nur für Schüler.

Um Gemeinschaft und das Miteinander weiter zu entwickeln, ganzheitliches Lernen mit Herz, Hand und Verstand zu ermöglichen, verschiedenste Lernbereiche zu stimulieren, sowie neue Verbindungen zwischen Familien zu unterstützen oder noch mehr mit Kindern und Jugendlichen aus dem Umfeld unseres Schulstandortes zu erleben, sehen wir den Aufbau einer Ludothek in unserer Schule als eine zusätzliche Chance.

Spieleschrank

Wir starten ein Projekt

Die Idee für den Aufbau einer Ludothek in der Werkstattschule hatte ein engagierter Papa. Bereits seit zwei Jahren verbringt Herr Viereck einmal wöchentlich seine Freizeit spielerisch mit unseren Grundschulkindern. Immer mittwochs bietet er den Kindern im Rahmen seiner „Spielebox“ einen offenen Spielenachmittag an, bei dem sie Brett- und Kartenspiele ausprobieren und spielen können. Im Mittelpunkt stehen der Spaß, das Erlernen von Regeln, Fairness sowie natürlich das Kennenlernen differenzierter Spielmöglichkeiten.

Der Papa bereichert ehrenamtlich den Nachmittag der Kinder mit seinen vielen mitgebrachten Spielen aus dem eigenen Familienbestand. Es ist allen Kindern möglich, an diesem Angebot teilzunehmen. Die Kinder werden angehalten, die Regeln gemeinsam zu erarbeiten, zu erlesen und sich Hilfestellung zu geben. Die „Spielebox“ wird immer sehr gut angenommen.

Nun entstand der Gedanke, auch den Schülern der Sekundarstufe eine umfangreiche Spielesammlung anzubieten. Eine Sammlung, die altersdifferenziert, leicht zugänglich und möglichst von Schülern unterstützt, zusammengestellt werden sollte. Mit diesem Gedanken kam Herr Viereck auf die Werkstattschule zu. Er hatte bereits herausgefunden, dass „Spiel des Jahres“ Förderungen „rund ums Spiel“ ermöglicht. Herr Viereck hatte bereits einige der folgenden Fragen bedacht, andere dachten wir gemeinsam:

Wo nehmen wir die Spiele her?
Wie können wir sie finanzieren?
Nach welchen Kriterien suchen wir aus?
Wie könnten wir die Schülerinnen und Schüler einbinden?
Wo werden die angeschafften Spiele gelagert?
Wie sind sie allen zugänglich?

Wunschliste

Im Februar 2016 war es dann soweit. Es flatterte uns eine Bewilligung unseres Förderantrages ins Haus. Große Freude von den Grundschülern, über die Erzieher, Herrn Viereck, der Lehrerschaft bis zu den großen Schülern der Sekundarstufe I und II.

Herr Viereck und Frau Grünthal, die Hortleiterin, trafen sich, um zu beraten wie das weitere Vorgehen nun sinnvoll ist.
Er wurde vereinbart, dass Herr Viereck im Rahmen der Spielebox gemeinsam mit den Kindern bespricht, welche Gesellschaftsspiele sie sich wünschen und warum. Es wurde eine Liste vorbereitet, in die die Kinder ihre Spielvorschläge eintragen konnten. Eine weitere Liste gab es in der Schulbibliothek. In Kombination mit den Empfehlungen vom „Spiel des Jahres“ haben wir dann viele verschiedene altersdifferenzierte Gesellschaftsspiele in den unterschiedlichsten Ausführungen bestellt.

Nach und nach kamen die Päckchen und erfreuten uns. Immer bis zu dem Moment, wo es darum ging, sie auszupacken und für ein langes Spieledasein vorzubereiten. Sortieren, laminieren, einordnen usw. Hier scheiterte es oft an unserer Zeit. Das Alltagsgeschäft holte Frau Grünthal oft ein und die Spielkartons blieben manchmal unberührt stehen, bis unser engagierter Herr Viereck Zeit hatte, sich ihrer anzunehmen. Dafür gab es immer auch ein dickes Dankeschön.

Die Spiele landeten dann alle in unserer Bibliothek in einem extra angeschafften Schrank. Hier sollte die „Ludothek“ nun also einen Standort haben. Geplant war, die Spiele, ebenso wie unsere Bücher in die Bibliothek zu integrieren. Dafür müssen sie nun katalogisiert werden. Hilfreich sind uns hierfür die Kolleginnen, die unsere Schulbibliothek betreuen. Damit die bestellten Spiele langfristig haltbar sind, wurden gleichzeitig Folien und Einsteckhüllen angeschafft.

Wunschliste

Im Alltag unserer Schule gab es immer wieder Zeiten, in denen andere pädagogische Inhalte, Projekte und Veranstaltungen die Priorität übernahmen oder Krankheit einen Strich durch die Rechnung machte. Deshalb zog sich die Eröffnung der Ludothek hin. Bis zur Eröffnung, geplant in Form eines größeren Spielenachmittages, nutzt Herr Viereck die ersten Spiele bereits für die Spielebox in der Grundschule und begeisterte dort die jüngeren Schulkinder unserer Schule.

In Vorbereitung auf den Spielenachmittag wird es nun Aushänge zum Eintragen geben. So haben wir in etwa einen Überblick, wie viele Personen zu erwarten sind. Unsere Aula wird mit Spieltischen und Stühlen, einem Spielebuffet sowie kleinen Snacks vorbereitet. Dies soll zu einer angenehmen Spielatmosphäre beitragen, Lust machen, sich auszuprobieren, und natürlich unsere Ludothek bekannt machen. Gemeinsam mit unseren Bundesfreiwilligendienstleistenden bereiten wir alles vor und erwarteten spielbegeisterte Menschen. Am 25. Januar 2017 wird es soweit sein.

Abschließend möchten wir diesen Bericht nutzen, um uns ganz herzlich für die Förderung zu bedanken. Unsere Kinder freuen sich schon jetzt auf die neuen Spiele, und wir sind sicher, dass wir unsere „Basisludothek“ zukünftig aus eigener Kraft weiterentwickeln können.

Susann Grünthal (Pädagogische Leitung Hort) & Gunter Viereck (Papa)

Deutsch